Einführung in die historische Bibliothek des Karl-Richter-Vereins

Die historische Bibliothek des Karl-Richter-Vereins ist eine Sammlung von gewerkschaftlichen und anderen Publikationen sowohl betreffend die Berufe des grafischen Gewerbes und der grafischen Industrie als auch die gewerkschaftliche Organisation der in ihnen Beschäftigten einschließlich sich mit ihr im Laufe der Zeit verbindender gewerkschaftlicher Zusammenschlüsse. Im Laufe von fast 100 Jahren haben sich im einstigen Haus des Verbandes der Deutschen Buchdrucker, heute auch Standort der Bibliothek, zahlreiche Veröffentlichungen angesammelt, die aus Beständen von Kolleginnen und Kollegen ergänzt wurden. Dieses Verzeichnis soll dem interessierten Benutzer einen Überblick über den gesamten Bestand geben und ihm eine gezielte Suche ermöglichen.

Zum Bestand

Der Bestand der historischen Bibliothek ist nicht durch systematische Sammlung entstanden. Die historischen Archivbestände der grafischen Gewerkschaften aus West-Berlin wurden im Laufe der Zeit an das Archiv der Sozialen Arbeit und an die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn, entsprechende Bestände aus Ost-Berlin an die Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv in Berlin abgegeben. Dennoch enthält die historische Bibliothek des Karl-Richter-Vereins außerhalb jener Institutionen eine der umfangreichsten Sammlungen von Veröffentlichungen der grafíschen Gewerkschaften und eine in Berlin wohl einmalige Sammlung von historischer Fachliteratur des grafischen Gewerbes.

Das Bibliotheksverzeichnis ist in Hauptkapitel unterteilt:

A – Gewerkschaften, Recht, Politik
B – Grafische Gewerkschaften
C – Tarife, Arbeits- und Betriebsordnungen, statistische Erhebungen
D – Bildung, Kultur, Geselligkeit
E – Büchergilde Gutenberg, Literatur zur Arbeitswelt
F – Fachliteratur für das grafische Gewerbe und die grafische Industrie
Z – Zeitschriften, Jahresbücher, andere Periodika
Nachlass Karl Richter

Untergliederungen dieser Hauptkapitel sind aus dem Inhaltsverzeichnis ersichtlich.

Verschiedentlich sind im Bestand vorhandene Veröffentlichungen nicht nur einem Hauptkapitel bzw. einer der Untergliederungen zuzuordnen. Dann wird diese Publikation dem Hauptkapitel und der Untergliederung zugeordnet, die ihren vorwiegenden Inhalt bestimmt. Dieser Titel wird aber ebenfalls an anderer zutreffender Stelle im Titelverzeichnis genannt, damit der interessierte Sucher durch einen Pfeil (→) darauf aufmerksam gemacht wird, an welcher Stelle im Bestand dieser Titel vorhanden ist.

Zur Gliederungsmethodik

In der Regel werden die Veröffentlichungen in der alphabetischen Reihenfolge der Autoren und/oder der Herausgeber aufgeführt. Sind von einzelnen Autoren und/oder Herausgebern mehrere Veröffentlichungen vorhanden, werden sie nach der alphabetischen Reihenfolge der Titel aufgeführt.

Von der alphabetischen Reihenfolge wird unter bestimmten Voraussetzungen abgewichen. Geschäfts- und Rechenschaftsberichte von Vorständen, Protokolle von Verbandstagen und Tarifverträge werden in chronologischer Reihenfolge wiedergegeben.

An einigen Stellen sind von institutionellen Herausgebern veröffentlichte Titel, die in einer einem geschlossenen Thema gewidmeten Schriftenreihe erschienen sind, nicht alphabetisch geordnet, sondern sie werden zusammenhängend in numerischer Folge angegeben. Ebenso sind einige inhaltlich analoge in Jahresfolge erscheinende, teils aber unterschiedlich betitelte Publikationen zeitlich geordnet.

Im Hauptkapitel Z sind, besonders was Veröffentlichungen von vor 1945 betrifft, diese nur zum Teil in einzelnen Exemplaren vorhanden. Außerhalb dieses Kapitels sind unter B 9. 3, B 9. 4, B 9. 5, B 10.3, B 10. 4, E 3 und E 4.2 weitere Publikationsreihen aufgeführt. Des Weiteren befinden sich unter den Titeln in den Hauptkapiteln A bis F auch solche, die innerhalb thematischer Schriftenreihen erschienen sind. Inhaltlich jedoch dominiert hier die Zugehörigkeit zur Thematik des betreffenden Hauptkapitels bzw. seiner Untergliederung. Die Zuordnung auch zu einer Publikationsreihe wird, dem Titel in Klammern folgend, mitgeteilt.

Zu den bibliografischen Angaben

Sofern für die einzelnen Veröffentlichungen Autoren erkennbar sind, werden diese aufgeführt. Vornamen der Autoren werden ausgeschrieben, wenn diese so auf dem Titelblatt angegeben sind. Sind Vornamen nur als Abkürzung angeführt, werden auch nur diese Abkürzungen wiedergegeben. In Einzelfällen werden bei Autorenkollektiven nicht alle Namen angegeben, dem oder den alphabetisch Erstgenannten folgt die Angabe „u. a.“

In einzelnen Fällen ist bei Veröffentlichungen nur eine Herausgeberschaft angegeben bzw. ist die institutionelle Herausgeberschaft der Autorenangabe übergeordnet, so ist diese für die Eingliederung in die alphabetische Reihenfolge bestimmend. Ist für eine solche Institution in diesem Verzeichnis auch eine Abkürzung angegeben, wird auch diese Abkürzung für die Eingliederung in die alphabetische Reihenfolge verwandt.

Neben Autoren bzw. Herausgebern werden in einzelnen Fällen auch Bearbeiter und andere an der Gestaltung der Veröffentlichung Beteiligte genannt.

Institutionelle Autoren bzw. Herausgeber sind in den von ihnen verantworteten Publikationen teils in unterschiedlicher Schreibweise angegeben. Um aber eine zusammenfassende Angabe dieser Veröffentlichungen zu gewährleisten, wird der in eckige Klammern gestellte Name der jeweiligen Institution der Titelnennung vorangestellt.

Als Titel wird in der Regel der vollständige auf der Titelseite der Veröffentlichung verzeichnete Titel verwendet. In Fällen überlanger Titel wird deren Verkürzung durch … gekennzeichnet.

Sind Erscheinungsort und -jahr einer Veröffentlichung angegeben, werden diese genannt. Sind diese nicht genannt, anderweitig aber z. B. durch Vorwort oder Registriernummer der Druckerei erkennbar, werden sie in Klammern gestellt angegeben. Bei Verlagen, die über mehrere Dependancen verfügen, werden maximal drei Ortsangaben mitgeteilt, weitere durch „u. a.“ angezeigt.

Sind von einer Veröffentlichung mehrere Auflagen vorhanden, so ist jede dieser Auflagen im Verzeichnis aufgeführt; sind es unveränderte Nachauflagen, so sind diese als solche gekennzeichnet.

Bei Titeln der Büchergilde Gutenberg (E 1) werden unveränderte Nachdrucke nicht als weitere Auflage angeführt, sondern die späteren Erscheinungsjahre werden unmittelbar der Erstauflage folgend angegeben. Titel der Büchergilde, die nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten herausgegeben wurden, sind durch kursive Schrift gekennzeichnet.

Der Karl-Richter-Verein verfügt über den Nachlass seines Namenspatrons, der 2005 im Alter von 101 Jahren verstarb. Karl Richter war langjährig zweiter bzw. erster Vorsitzender der IG Druck und Papier in Westberlin (1950 – 1969). In seinem Nachlass befand sich ein umfangreicher Bestand an Literatur, der sein aktives gewerkschaftliches Wirken vom Beitritt zur Lehrlingsabteilung des Verbandes der Deutschen Buchdrucker am Jahre 1920 bis ins hohe Alter als Gewerkschaftsveteran und sein politisches Engagement in der SPD dokumentiert. Dieser Bücherschatz von ca. 800 Bänden (daneben weitere Zeitschriften, Zeitungen, Einblattdrucke u. a.) zeugt zugleich von den weitgespannten intellektuellen Interessen Karl Richters, insbesondere auch die allgemeine Geschichte, die Geschichte des grafischen Gewerbes und der grafischen Industrie, die Buchkunst und die schöne Literatur aus Vergangenheit und Gegenwart betreffend.

Entsprechend ihres thematischen Gehaltes sind die aus dem Nachlass übernommenen Bücher und anderen Druckerzeugnisse in den Bestand der Historischen Bibliothek eingeordnet. Nicht unmittelbar an diese Thematik gebundene Literatur ist in der Rubrik Karl-Richter-Nachlass zusammengefasst. Alle aus dem Nachlass übernommenen Publikationen sind mit einem Exlibris analogen Stempel versehen worden.

Zur Nutzungsmöglichkeit

Die Bibliothek ist nur als Präsenzbibliothek eingerichtet. Interessenten können sich schriftlich unter: Karl-Richter-Verein e. V., Dudenstraße 10, 10965 Berlin, telefonisch unter 30/2164849 oder 030/9294698 bzw. per E-Mail unter karl-richter-verein@email.de anmelden.